Interview mit Maximilian Gruber

Geschäftsführer, Eigentümer, Gruber Transporte, Gruber Biomasse, Steinlechner Transporte


Int. Transporte Gruber GmbH & Co KG

• Unternehmensgründung: Gruber Transporte 1946
• Unternehmensgründung: Steinlechner Transporte 1926 (Übernahme: 2012)

• Unternehmenssitz: A-5585 Unternberg / A-5570 Mauterndorf

• Mitarbeiterzahl: 36

• Fuhrpark: 32

• Schwerpunkt des Geschäfts: Stückgut-, Schüttgut-, Rundholztransporte

• Homepage:
www.gruber-trans.at

• Homepage:
www.steinlechner.cc

Gruber


Was sind aus Ihrer Sicht heute und in den nächsten fünf Jahren die wichtigen zukunftsrelevanten Themen der Nfz-Branche und aus welchen Gründen?
Prinzipiell sind Kraftstoffkosten, Fahrermangel und veränderte Kundenwünsche nach wie vor wichtige Themen für uns. Besonders beschäftigen uns in Österreich jedoch die Auflagen der Behörden. Hier ist inzwischen ein hoher administrativer Aufwand entstanden, der unser Personal bindet und unsere tägliche Arbeit belastet. Verstärkt wird diese Problematik noch durch den Wettbewerb aus dem Osten, mit dem wir hier in der EU konfrontiert sind. Dort werden die EU-Vorschriften noch nicht in der Form umgesetzt wie bei uns. Das bedeutet eben auch, dass diese Transportunternehmen nicht so starke Einschränkungen und administrative Belastungen haben wie wir.

Auch der Fahrermangel betrifft die Branche nach wie vor massiv. Meine Einschätzung ist, dass in Kürze auch die verladende Wirtschaft, also unsere Auftraggeber, darunter leiden wird. Hier ist auch die Politik gefordert, den Beruf des Kraftfahrers wieder attraktiver zu machen.

Wie gehen Sie mit diesen Themen in Ihrem Unternehmen um, welche Maßnahmen haben Sie ergriffen bzw. planen Sie zu ergreifen?
Was den Fahrermangel angeht, so versuchen wir schon früh, junge Menschen für den Beruf zu begeistern. Wir gehen in die Schulen und auf Ausbildungsmessen oder zum österreichischen Bundesheer, um neue Leute zu akquirieren. Zudem bilden wir selber Fahrer aus und achten darauf, dass wir junge Leute im Betrieb haben.

Im Rahmen der Fachgruppe Güterbeförderung im Bundesland Salzburg erarbeiten wir zudem Maßnahmen zur Imagesteigerung der Branche.

Für wie bedeutsam halten Sie die Ressourcenschonung für die Transportbranche heute und in naher Zukunft?
Die Ressourcenschonung ist für uns ein Thema, das uns per Gesetz vorgegeben ist. Aber es ist natürlich ein bedeutsamer Punkt, wenn wir unsere Gesamtbetriebskosten betrachten. Die geforderte CO2 Einsparung kann nur erfüllt werden, wenn auch beim Kraftstoff gespart wird.

Welche Möglichkeit sehen Sie in Ihrem Unternehmen, durch die Auswahl der richtigen Produkte und Lösungen Ressourcen zu schonen und welche Vorteile könnte dies für Sie bringen?
Hier gibt es viele Möglichkeiten, zum Beispiel durch den Einsatz von neuen Fahrzeugen im Fuhrpark und durch eine sukzessive Umstellung auf Elektroantrieb. Auch über die Reifen können wir können wir CO2 einsparen. einsparen und unsere Kosten senken.

Zudem setzen wir in unserem Betrieb Photovoltaikanlagen zu Stromerzeugung ein.

Wie groß ist in diesem Zusammenhang für Sie die Bedeutung der Reifen?
Wir achten auf Qualitätsprodukte mit hoher Laufleistung. Wir überprüfen den gesamten Fuhrpark alle drei Wochen; der richtige Luftdruck trägt ja bekanntlich auch zu Kraftstoffeinsparungen bei. Eine automatische Überwachung mittels eines Sensors würde uns an dieser Stelle sehr entlasten.

Verwenden Sie vor diesem Hintergrund auch runderneuerte Reifen? Begründen Sie Ihre Entscheidung für oder gegen runderneuerte Reifen.
Wo immer möglich setzen wir auch runderneuerte Reifen ein und lassen sie nachschneiden.

Welche Erwartungen haben Sie an die Politik, an Fahrzeughersteller sowie an Zulieferer, um den Zukunftsthemen gerecht zu werden?
Die Fahrzeughersteller und Premium-Zulieferer sind aus unserer Sicht sehr innovativ und forschen und testen sehr viel. Jedoch wird der Fahrer bei diesen Aktivitäten zu wenig eingebunden. Er muss schließlich am Ende mit den neuen Technologien zurechtkommen, muss sie beherrschen und handhaben.

Auch sollte weiterhin unbedingt an der Verbesserung des Images der Transportbranche gearbeitet werden – nicht nur, damit wir mehr junge Leute für den Beruf des Fahrers begeistern können, sondern auch, um der Öffentlichkeit bewusst zu machen, welche Bedeutung die Transportbranche für ihren Wohlstand hat.

Wie ist Ihre Erwartung für die Geschäftslage 2016/2017?
Prinzipiell sehe ich eine positive Tendenz und viele Chancen in den nächsten Monaten.

Vielen Dank für das Gespräch!

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