Interview mit Andreas Normann

geschäftsführender Gesellschafter, Matthias Normann Spedition GmbH & Co KG, Bendorf, Deutschland


Normann Spedition GmbH & Co KG, Bendorf, Deutschland

• Unternehmensgründung: 1939

• Unternehmenssitz: Bendorf

• Standorte: Bendorf, Wittlich, Fulda, Hamburg

• Mitarbeiterzahl: 56 Vollzeit- + 14 Teilzeitmitarbeiter/Aushilfen

• Fuhrpark: 36 ziehende Einheiten + 75 gezogene Einheiten (Auflieger + Anhänger)

• Schwerpunkt des Geschäfts: Distributionslogistik (Rohstoff, Reifen, feuerfeste Materialien, Maschinen)

• Homepage:
www.normann-gruppe.de

normann


Was sind aus Ihrer Sicht heute und in den nächsten fünf Jahren die wichtigen zukunftsrelevanten Themen der Nfz-Branche und aus welchen Gründen?
Diese Themen sind nach wie vor für unsere Branche relevant.

Wie gehen Sie mit diesen Themen in Ihrem Unternehmen um, welche Maßnahmen haben Sie ergriffen bzw. planen Sie zu ergreifen?
Um den Kraftstoffverbrauch möglichst gering zu halten, wenden wir zahlreiche Maßnahmen an: Wir achten darauf, dass unser Fuhrpark nicht älter als vier Jahre ist. Zudem setzen wir Fahrerassistenzsysteme ein, die es unseren Fahrern erleichtern, die Ressourcen zu schonen. Dazu gehören Abstandsregeltempomaten, eine automatisierte Luftdrucküberwachung und ein Telematiksystem, das vorausschauend die richtige Fahrweise empfiehlt. Unsere Fahrer werden in der Benutzung dieser Systeme geschult und Kraftstoffeinsparung wird entsprechend honoriert.

Wichtig ist es uns dabei, den Menschen stets im Fokus zu haben. Die Mitarbeiter sollen gern bei uns arbeiten. Nur so können wir sie langfristig ans Unternehmen binden und dem Fahrermangel begegnen. Der persönliche Kontakt bedeutet uns sehr viel – das gilt für Fahrer, Disponent, Geschäftsleitung und alle weiteren Mitarbeiter gleichermaßen. Wenn wir neue Fahrzeuge bestellen, berücksichtigen wir soweit möglich die Wünsche der Fahrer und versuchen, einen komfortablen und gesunden Fahrerarbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Mit der Akquise neuer Mitarbeiter beginnen wir schon in den Hauptschulen. Um Nachwuchs ins Unternehmen zu holen, bilden wir selbst Berufskraftfahrer aus.

Für wie bedeutsam halten Sie die Ressourcenschonung für die Transportbranche heute und in naher Zukunft?
Inzwischen wird es immer deutlicher, wie wichtig es für uns alle ist, mit unserer Umwelt und den endlichen Ressourcen verantwortungsvoll umzugehen. Jeder bekommt inzwischen die Auswirkungen des Klimawandels zu spüren. Auch in unserer Branche muss dafür ein Bewusstsein geschaffen werden und zwar nicht nur auf Managementebene sondern bis hin zum Fahrer, der die ihm zur Verfügung gestellten Systeme wie Fahrerassistenz und Telematik sinnvoll nutzen sollte.

Wie groß ist in diesem Zusammenhang für Sie die Bedeutung der Reifen?
Der Reifen hat einen großen Einfluss auf den Kraftstoffverbrauch und damit den CO 2-Ausstoß. Setze ich auf gute Pneus, dann habe ich auch lange etwas davon. Mit einem Premiumreifen kann ich mich darauf verlassen, dass das Fahrzeug plangemäß läuft. Wir achten sehr genau darauf, passende Reifen für den jeweiligen Einsatzzweck und die verschiedenen Fahrzeuge auszuwählen. Da wir vornehmlich Langstrecke fahren, verwenden wir meist Reifen mit hoher Laufleistung.

Auch die Wartung spielt eine große Rolle beim verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen Kraftstoff und Reifen. Der richtige Luftdruck ist dabei entscheidend. Hier ist auch der Fahrer in der Verantwortung, auf den Zustand seiner Reifen zu achten. Unterstützt wird er dabei mit einer Reifendrucküberwachung, die ihn automatisch über eine Meldung im Cockpit warnt, wenn der Druck zu niedrig ist.

Verwenden Sie vor diesem Hintergrund auch runderneuerte Reifen? Begründen Sie Ihre Entscheidung für oder gegen runderneuerte Reifen.
Die Runderneuerung spielt in unserem Fuhrpark keine Rolle. Wir setzen auf Neureifen.

Welche Erwartungen haben Sie an die Politik, an Fahrzeughersteller sowie an Zulieferer, um den Zukunftsthemen gerecht zu werden? Welche Rolle spielen für Sie z.B. Programme wie De-Minimis?
Um Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen zu können, muss die Verbandsarbeit in Deutschland wieder gestärkt werden. Nur so können wir wichtige Zukunftsthemen ins Gespräch bringen und etwas bewegen. Wir müssen es schaffen im Sinne der Sache vernünftige Entscheidungen zu treffen über politische Parteigrenzen hinaus!

Wir nutzen De-Minimis, haben aber die Höchstgrenze bereits erreicht, denn unser Investitionsbedarf ist entsprechend hoch. Hier wäre ein neues Programm mit weiteren Fördermitteln wünschenswert.

Wie ist Ihre Erwartung für die Geschäftslage 2016/2017?
Der Austritt Großbritanniens aus der EU wird sich meines Erachtens tendenziell negativ auf unsere Geschäftslage auswirken und uns über lange Zeit belasten.

Vielen Dank für das Gespräch!

Nächstes Interview

Normann

Normann

Hinterlassen Sie einen Kommentar